Minimalismus im Kopf: Träume, Wünsche und Visionen (aus)sortieren

Aktualisiert: März 19

Von der Herausforderung Wünsche, Träume und Visionen dem Realitätscheck zu unterziehen und warum es dir zu mehr Freiheit verhilft


Vielleicht kennst du das ja: Du hast Unmengen an Ideen, an Wünsche und Vorstellungen im Kopf, was du nicht alles tun könntest, solltest und müsstest. Und du fragst dich, warum du trotz all der Ideen an einen Punkt kommst, an dem du nicht vorwärts gehst, an dem du dich schwer motivieren kannst und du am Ende doch Nichts von all dem tust, was du dir eigentlich vorgenommen hast.


Ein häufiger Rückschluss ist: Mir fehlt einfach die Motivation! Und darauf folgt die große und häufig sehr zermürbende Frage an uns selbst: Warum denn?? Bei all den großartigen Ideen??? Dieses Warum ist deswegen so zermürbend, weil es meist keine wirkliche Frage, sondern eher ein versteckter Vorwurf an uns selbst ist, ein Art Enttäuscht-Sein. Auf diese Weise können Träume, Wünsche und Visionen lähmend wirken, ja sogar demotivierend.

Aber hinter der fehlenden Motivation steckt oft noch etwas Anderes, etwas Mächtigeres: die Angst vor dem Realitätscheck. Was meine ich damit?


Viele Ideen und Wünsche, Träume und Zukunftsvisionen gleichzeitig im Kopf zu tragen, bedeutet, dass wir uns ein Gedankenschloss bauen, in dem wir uns in einer Version selbst abbilden, die all diese Fantasien zu gleich erfüllt. All die Möglichkeiten sind dort wunderbar präsent und zum Greifen nah, wenn nur… …die Zeit, der Raum, die Mittel usw. da wären. Wir sehen uns selbst, wie wir sportlicher wären, sehen uns am Klavier sitzen, sehen uns die Urkunde entgegennehmen. Alles da in unserem Wunschgedankenschloss.


In der Beratung/ im Coaching ist es ein ganz wichtiger Punkt, nach dem Zweck des Problems, noch provokanter formuliert, nach dem Vorteil zu fragen, den man davon hat, dass man ein bestimmtes Problem (noch) mit sich rumträgt. In unserem Beispiel ist das Problem, dass man stillsteht, dass man keinen der Träume lebt, keine Idee umsetzt und die Visionen in der ferne bleiben, statt uns zu motivieren und zu führen. Aber was ist daran bitte der Vorteil?


Eine Antwort darauf kann sein: Wir müssen uns nicht der Realität stellen, den Herausforderungen, die unsere Visionen mit sich bringen, die möglichen Rückschläge oder Schwierigkeiten. Wir halten das große Gedankenschloss aufrecht, das wir uns aufgebaut haben – wir lassen das Bild von uns - das Wunschselbst - am Leben, das all die Träume und Wünsche auslebt. Im Kopf können wir das. Wir sehen uns den Marathon laufen, die neue Fremdsprache sprechen, uns im Job in einer neuen Position aufblühen - wir sehen uns lebhaft, engagiert und motiviert.


Wenn wir uns daran machen, Ideen umzusetzen, gehen wir das Risiko ein, dass sich manch eine Vision als Illusion entpuppt, dass uns die Fortbildung vielleicht gar nicht wirklich interessiert, dass Ausdauerlauf doch nicht unser Ding ist, dass wir uns mit dem erwünschten Selbst nicht identifizieren können. Eine andere zunächst unangenehme Konsequenz kann sein, dass wir uns des Aufwands bewusstwerden, den ein Wunsch mit sich bringt, dass wir Gegenwind verspüren, dass wir uns mit Zweifeln und Ängsten konfrontiert sehen, Abstriche machen müssen, um eine Idee zu verfolgen – all diese Dinge lassen wir in unserem Gedankenschloss auch gern mal ganz unten im Keller lagern, wo wir sie nicht sehen müssen.


Das heißt, Träume und Visionen aus dem Gedankenschloss in die Wirklichkeit zu ziehen, kann einen Abschied bedeuten von der ein oder anderen idealisierten Version, die wir gedanklich von uns selbst in uns tragen. Und das kann natürlich beängstigend sein.

Warum denn dann nicht einfach weiter träumen? Ganz einfach, weil es uns ausbremst, weil es uns die Chance verwehrt, den ein oder anderen Wunsch, die ein oder andere Vision zu verwirklichen, zu wachsen und uns zu entfalten. Weil wir nur im Kopf sind, was wir in der Realität wirklich sein können. Uns von dem ein oder anderen Ziel oder Wunsch (erst einmal) zu verabschieden, bedeutet letztendlich, dass wir unserem wahren Selbst einen ganzen Schritt näherkommen. Wir kommen dem Wunsch oder dem Traum näher, der uns derzeit wirklich erfüllt, dem wir wirklich die Chance geben wollen, real zu werden, den wir dann in voller Schärfe und Klarheit vor uns sehen und den wir mit all unserer Energie und unserem ganzen Fokus verfolgen können. Das alles schenkt uns die Freiheit wieder, konkret und zielstrebig zu Handeln.


Eine Möglichkeit, wie du dir selbst über die teilweise große Hürde helfen kannst, dich dem Realitätscheck zu stellen, kannst du demnächst hier lesen.


Natürlich ist das auch ein wunderbares Anliegen für ein Coaching zum Thema Klarheit und Fokus – wenn du dich der Herausforderung nicht allein stellen möchtest oder kannst, begleite ich dich sehr gern dabei!


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